Artikel in Zeitschrift Web Selling

Mal wieder eher aus dem Bereich PR aber ich hatte das Interview gegen und daher hier für Interessierte der Artikel, der bald in der Zeitschfrift Web Selling erscheinen wird.

Hitflip – die Tauschbörse

Weil es in dem Ort, in dem drei Doktoranden wohnten, keine Videothek gab, tauschten sie zunächst gekaufte DVDs untereinander aus. Daraus entstand wenig später Hitflip – die ganz legale Tauschbörse.

Fließtext

Kennen gelernt haben sich die Gründer der Tauschplattform „Hitflip“ an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar wo sie eigentlich promovieren wollten. Sie teilten die Leidenschaft für Sport und Filme und waren daher häufig zusammen. Joggingstrecken gab es in der Umgebung genug, aber „der Ort war klein und es gab nicht einmal eine Videothek“ erzählt Andre Alpar. Also tauschten die Drei zunächst ihre Filme untereinander. Bei drei Leuten hat man aber irgendwann alle Filme des anderen gesehen und so entstand die Idee, sämtliche Internet-Nutzer ebenfalls zum Tausch ihrer Filme zu bewegen. Und damit trafen sie offenbar ins Schwarze. „Wenn ich einen Film gesehen habe, hat er für mich so gut wie keinen Wert mehr. Er steht nur noch im Regal“, erläutert Alpar das Problem vieler Film- oder Buchfreunde. Natürlich hat derselbe Film bei jemandem, der ihn noch nicht gesehen hat und das gern tun möchte, einen sehr viel höheren Wert und genau dort setzt die Idee der Drei an: Filme nicht illegal aus dem Netz „saugen“ oder schwarz kopieren sondern eine „richtige“ Kauf-DVD für wenig Geld erhalten.

Vor dem Erfolg steht die Investition
Zunächst setzten die Drei nur ein wenig Eigenkapital ein, um ihre Idee zu testen. „Wir wollten etwas Nettes, Sympathisches machen“, so Alpar und das scheint den Dreien auch gelungen zu sein: Eine fast neue DVD für nur 99 Cent zu erhalten, das hat was. Im Gegenzug muss der Nutzer nur eine andere DVD hergeben, die er bereits gesehen hat.. Für diese „alte“ DVD bekommt der Filmfan dann – je nach geschätztem Wert – eine entsprechende Summe an „Flips“, das ist die Verrechnungseinheit der Tauschbörse. Für die Flips kann er dann einen anderen Film „kaufen“. Pro bestelltem Artikel wird eine Gebühr von 99 Cent fällig, das ist alles.

Die Idee kam so gut an, dass die Promotion in den Hintergrund geriet und die Tauschbörse wuchs. Die drei entschieden sich, weiter zu machen. Das Wachstum machte aber auch umfangreichere Programmierungen erforderlich, schon allein deshalb, weil sie sich künftig nicht mehr nur auf Filme beschränken wollten, sondern auch Bücher und Hörbücher, Spiele und Musik-CDs zum Tausch anbieten wollten. Eine solch umfangreiche Programmierung ist aber zu dritt nicht zu bewältigen, also mussten die Drei sich Mitarbeiter ins Boot holen. Daneben musste Werbung gemacht werden, denn eine solche Plattform lebt davon, dass viele mitmachen.

Wer nicht wirbt, der stirbt
Da das Geschäft bereits gut lief, war es nicht schwierig, Investoren zu bekommen, die mit den nötigen Geldern weiterhalfen. Doch es war nicht nur die umfangreiche Softwareentwicklung, die eine Menge Geld verschlang. „Die Programmierung war nur der zweitgrößte Kostenfaktor“; erklär Alpar, „Den größten Kostenfaktor stellte die Werbung dar. Man kann sehr viel Geld für Werbung ausgeben, die dann kaum etwas bringt“, erläutert er. „Wir werben hauptsächlich im Internet. Da sind unsere Kunden nur einen Klick weit entfernt und kommen schneller auf unsere Seite, als wenn wir sie erst vom Fernseher weglocken müssten“, so Alpar weiter. Alpar und seine Kollegen wissen, wie wichtig die Werbung gerade für ihre Seite ist. „Je mehr Leute mitmachen, desto besser ist es für alle Beteiligten“, weiß er. Zwar will Alpar aus strategischen Gründen die Mitgliederzahl nicht veröffentlichen – die Konkurrenz schläft schließlich nicht – aber er freut sich, dass die Tauschbörse inzwischen 100.000 verschiedene Produkte anbietet.

Reich werden oder Pleite gehen?
Man muss sich zunächst für die Idee begeistern, reich werden ist eine andere Sache“, sagt Alpar. Und Spaß an der Sache haben die Drei ganz offensichtlich. Daher sieht es auch eher nach einem Erfolg aus, auch wenn das Unternehmen bisher noch keine schwarzen Zahlen schreibt. Mit den Umsätzen ist Alpar zwar sehr zufrieden, „wir können uns auch schon Gehalt auszahlen“, sagt er, „aber noch steht das Wachstum im Vordergrund und das bedeutet, dass viel Geld weiterhin in Werbung investiert wird.“ Doch ein Restrisiko bleibt, auch wenn die jungen Unternehmer bisher offenbar alles richtig machen, oder? „Fehler macht jeder“, gibt Alpar zu, „aber die meisten lassen sich wieder ausbügeln. Das größte Risiko besteht darin, dass es nur eine Tauschbörse geben kann. Das ist bei Unternehmen mit Netzwerkcharakter eben so. Aber es kann immer jemand mit der gleichen Geschäftsidee kommen, der größer ist oder schneller wächst. Wir sind aber schon sehr weit gekommen mit Hitflip und vergrößern unseren Abstand zu potentiellen Nachmachern täglich und mit großem Arbeitseinsatz und entsprechendem Erfolg.“

Immer noch Freunde
Wenn man so viel zusammen ist, weil man nun mal zusammen arbeitet, bleibt da nicht die Freundschaft auf der Strecke, hat man sich nicht irgendwann satt? „Das Filme schauen ist ein wenig auf der Strecke geblieben“, sagt Alpar. „In unserer Freizeit gehen wir aber immer noch zusammen laufen.“ Und auch zusammen ausgehen und feiern können die drei immer noch. „Eine Wohngemeinschaft mit den anderen beiden wäre mir dann aber doch zuviel“, muss Alpar schmunzelnd zugeben.

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„Business Angels“ – Hilfreiche Engel
Zahlreiche große Firmen investieren in Existenzgründer, wenn diese eine gute Geschäftsidee vorweisen können. Mit einer Finanzspritze helfen sie den werdenden Unternehmern auf die Füße. Als Gegenleistung dafür erhalten Sie Firmenanteile, die natürlich beim Erfolg des Unternehmens im Wert ansteigen. Aber es gibt auch Privatpersonen, die Gründern beim Aufbau eines Unternehmens finanziell helfen können. Meist ist das eine noch bessere Lösung, zeigen die privaten Investoren doch weit aus mehr Interesse am Verlauf der Geschäfte. Sie stellen häufig nicht nur das nötige Geld zur Verfügung sondern helfen auch mit ihrem Wissen und ihren Kontakten weiter.
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Das Unternehmen:

Kapitalbedarf?
Erster Versuch mit ein wenig Eigenkapital, als abzusehen war, dass Geschäftsidee gut angenommen wurde, halfen „Business Angels“ mit den nötigen Finanzmitteln weiter.

Rechtsform?
GmbH

Investionsbedarf (Hardware, Software?)
Größter Kostenfaktor: Werbung, da das Unternehmen von vielen Teilnehmern lebt, musste die Seite bekannt gemacht werden, vornehmlich im Internet.
Zweit-größter Kostenfaktor: das Programmieren der Software.

Zahl der Mitarbeiter?
Zurzeit acht feste und 14 freie Mitarbeiter, bei den freien Mitarbeitern handelt es sich vornehmlich um Programmierer, die selbst kein großes Interesse an einer Festanstellung haben.

Zahl der Gründer
Drei: Gerald Schönbucher, Jan Miczaika, Andre Alpar

Marktforschung betrieben?
Ein Unternehmen dieser Art gab es nicht. Also testeten die drei Gründer zunächst mit ein wenig Eigenkapital ihre Idee – und siehe da, sie wurde glänzend angenommen.

Businessplan erstellt?
Keinen direkten Businessplan, die drei hatten ein „lebendes Rechenbeispiel“.

Besondere Risiken?
Konkurrenz, ein anderes Unternehmen mit der gleichen Geschäftsidee aber einem größeren Netzwerk könnte alles kaputt machen

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Die Unternehmer:

Qualifikation / Ausbildung?
Gerald Schönbucher (Jahrgang 1978): Absolvent der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar, (Betriebswirtschaftslehre) Studienschwerpunkte: Controlling, Marketing, Strategie und Unternehmensfinanzierung

Jan Miczaika (Jahrgang 1979): Absolvent der Handelshochschule Leipzig, Studium Betriebswirtschaftlehre, Schwerpunkte: Unternehmensrechnung/Controlling, strategisches Management

Andre Alpar (Jahrgang 1976): Absolvent der Technischen Universität Darmstadt (Wirtschaftsinformatik), Schwerpunkt Betriebswirtschaft: Marketing, Schwerpunkt Informatik: Internettechnologie,

Vita
Gerald Schönbucher hatte vor dem Studium bereits einen Ausbildung bei der Deutschen Bank gemacht, Auslandsstudium in Michigan und Paris, praktische Erfahrungen sammelte er unter anderem durch Tätigkeiten bei der BMW Group, Unilever UK, den Samwer-Brüdern bei Jamba!, KPMG Corporate Restructuring, Schaeff Beteiligungen & Management sowie im fernen Zimbabwe bei Mario’s Joinery

Jan Miczaika studierte ebenfalls unter anderem im Ausland (Kuala Lumpur),
praktische Erfahrungen sammelte er unter anderem durch Tätigkeiten bei 3i, AXA Private Equity, Mundwerk, datango und der General Motors Acceptance Corp. (GMAC). Zusammen mit Gerald hat Jan außerdem mittelständische Unternehmen der Region beraten.

Andre Alpar sammelte während des Studiums schon praktische Erfahrungen unter anderem durch Tätigkeiten bei der größten Onlinespiele-Plattform (onlinespiele.org) und einem Verlag. Studienbegleitende Praktika absolvierte er in den Konzernzentralen von REWE und Unilever und bei Hawaii Yacht Charters & Sales.

Alter bei Gründung?
28,27,29

Wie ist die Idee entstanden?
Aus der „Not“ heraus, weil es keine Videothek in der Nähe gab, die drei Unternehmer aber alle sehr gern Filme schauen

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„Es gibt sie immer noch, die jungen Gründer, die sich mit einer ebenso einfachen wie genialen Idee ins Internet wagen“, freut sich Unternehmensberaterin Susanne Jonas. Das Beispiel Hitflip zeigt, dass Internet-Business vor allem dann erfolgreich ist, wenn das Netz zur Vergrößerung der potenziell erreichbaren Kunden genutzt wird. Alternativ hätten die drei Gründer schließlich auch in Ihrem Ort eine Videothek aufmachen können. Auch hierfür hätte es wahrscheinlich einen Bedarf gegeben. Das Risiko schätzen die Gründer richtig ein, dass ein kapitalstarkes Unternehmen kommt, die Idee kopiert und sich mit riesigem Werbeaufwand bekannt macht. Auf der anderen Seite sind durch genau diese Methode bis zum Crash des Neuen Marktes 2000 Milliarden verbrannt worden. Die Lust der Investoren, dies zu wiederholen ist derzeit immer noch gering. Als geradezu beispielhaft ist die Tatsache zu bewerten, dass sich die Gründer mit den erfahrenen Business Angel nicht nur Kapital, sondern auch Know-how ins Boot geholt haben. Wäre viele Existenzgründer diesem Beispiel gefolgt, hätte es so mache tragische Pleite nicht gegeben.

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***Hitflip Logo in den Kasten über das Unternehmen

***Hitflip Gründer: in den Kasten über die Unternehmer
BU: Weil es keine Videothek im Ort gab, gründeten Andre Alpar, Gerald Schönbucher, Jan Miczaika (von links nach rechts) die Tauschbörse „Hitflip“. Fotos: Hitflip

***startseite hitflip
BU: Filme, Bücher, Hörbücher, Musik und sogar Spiele können bei Hitflip getauscht werden.

***angebot hitflip
BU: Über 100.000 Artikel sind derzeit im Angebot. Zur Zeit unserer Recherchen waren allein 3. 593 Komödien erhältlich.

***pressespiegel hitflip
BU: Die Öffentlichkeit zeigen sich interessiert: Um die 80 Mal erschien das Unternehmen bereits in unterschiedlichsten Medien.

***uni hitflip
BU: An der Otto Beisheim School of Management, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) lernte sich das erfolgreiche Trio kennen. Foto: WHU

***Bücher hitflip
BU: Bei den Büchern sind Krimis besonders gut vertreten. Ist ein Produkt nicht verfügbar, kann es vorbestellt oder über einen Link im Handel gekauft werden.

8 Antworten zu “Artikel in Zeitschrift Web Selling”

  1. Kolja sagt:

    Hat das Webselling Magazin eigentlich auch eine Homepage? Habe sie noch nicht gefunden.

  2. Andre sagt:

    Kenne die Zeitschrift leider selber nicht und habe auch noch nie davon gehört aber eine bemühte Redateurin! ;-) Wenn ich das Belegexemplar in Händen habe postige ich dir URL. Kann mir kaum vorstellen, daß eine Zeitschrift die mit Web zu tun hat keine Homepage hat…

  3. Johannes sagt:

    Falls es noch von Interesse ist:
    http://www.pcpraxis.de/index.php?auswahl=22&option=com_zeitschriften&seite=1&Itemid=53

    Da hat jemand ein Zeitschriftenformat nach dem Prinzip der “Make Money Fast”-Webseiten gemacht.

  4. Andre sagt:

    Uj. Eigentlich unschönes Umfeld…. :-( Danke für den Hinweis…

  5. Johannes sagt:

    Dann gibts bestimmt bald das erste auf osCommerce und phpNuke basierende Konkurrenzportal ;-)

  6. Andre sagt:

    das wäre in jedem fall amüsant. die werden sich wundern wie kompliziert es ist etwas zu bauen was so gut funktioniert wie hitflip :-) das wird dann so sein wie eine von tausenden von auktions-websites im vergleich zu ebay ;-)

  7. e-commerce-blog.de: News, Trends und Informationen aus E-Commerce, Online Marketing und Online Verkaufsförderung - E-Commerce aktuell im Überblick sagt:

    [...] In dem HitFlip Blog habe ich einen Hinweis auf eine neue Zeitschrift gefunden. WebSelling richtet sich an alle E-Commerce Manager. Wer das Cover sieht, bildet sich in Sekunden seine eigene Meinung dazu. [...]

  8. Henning sagt:

    Ideen zu haben ist oft nicht die Schwierigkeit…meist scheitert es am Startkapital.