Presseexemplare / Rezensionsexemplare und bezahltes Bloggen
Würde mich gerne noch mal mit einer Analogie / einem Beispiel in die Diskussion um bezahltes Bloggen einklinken, die gerade rund um Remo, Trigami, BloggingTom und einige andere stattfindet.
Mir scheint es einen kleinen Bereich zu geben, wo es das Sponsoring von Blog- und anderen Beiträgen schon lange und ohne große moralische Widerworte gibt. Am konkreten Beispiel: Ich habe noch einen kleinen privaten Hörbuchblog, bei dem die Menge der Einträge Rezensionen von Hörbüchern sind. Damit ich die Titel rezensiere müssen mir die Verlage diese KOSTENFREI zur Verfügung stellen. Der Prozess funktioniert so, dass ich die Kataloge von Neuerscheinungen geschickt bekomme und dann über ein spezielles Formular Titel anfordere, die mich interessieren. Die bekomme ich dann komplett kostenfrei zugeschickt. Was ich mit den Hörbüchern mache, nachdem ich die Rezension geschrieben habe ist völlig mir überlassen. Ich kann Sie auf Amazon oder eBay verkaufen oder auf Hitflip tauschen oder verschenken oder daheim bis unter die Decke stapeln. Potentiell erhalte ich aber hier meiner Einschätzung nach einen echten finanziellen Gegenwert. Was ich persönlich daraus mache ist wieder was anderes aber so wie ich erhalten viele Webseitenbetreiber Presseexemplare und ich kenne einige, die sie danach einfach monätarisieren. Mit einem Presse- oder Rezensionsexemplar ist keinerlei Verpflichtung bezüglich der Bewertung des Titels. Meiner einer nutzt bspw. eine Sternchenskala und ich denke das meine Bewertungen darauf recht normalverteilt sind ohne dies statistisch geprüft oder erhoben zu haben. (Höchtens die schlechteste Bewertung kommt vielleicht zu selten vor aber ich bekomme ja auch fast immer nur Titel von Top-Hörbuchverlagen in die Finger.) Bei Rezensionsexemplaren muss man auch nicht angeben, dass die Rezension auf ein solches zurückzuführen ist. Manchmal bemerke ich in meinem Blog, dass ich den Titel als Rezensionsexemplar bekommen habe und manchmal nicht. Wenn dann eigentlich nur um mich bei den Verlagen zu bedanken. Notwendig ist das aber nicht und meine Bewertung beeinflusst es auch nicht.
Inwiefern man Analogien zwischen diesem Bereich und dem “bezahlten Bloggen” gezogen werden können werden sicher andere beurteilen. Ich wollte in jedem Fall mal das Beispiel in die Diskussion einstreuen. Klar ist auch, dass ich tendenziell eher angetan von dieser Marketingform solange die Blogbeiträge klar und deutlich als gesponsort gekennzeichent werden und dem Autor überlassen ist ob der Beitrag gut oder schlecht ist – eben ganz so wie bei ReviewMe. Man könnte das doch so sehen. Die Blogger die darauf Lust haben bekommen eine Aufwandsentschädigung dafür, dass sie sich etwas anschauen und darüber ihre Meinung in ihrem Blog kundtun. Ob die gut oder schlecht ist liegt bei dem Produkt. Das ist doch wirklich fair.





04. Januar 2007 um 10:13
Nur so ein kleiner Tipp am Rande: Die meisten Verlage VERBIETEN die Weitergabe von Rezensionsmaterial, insbesondere den Verkauf bei eBay etc. Da ist das Eis sehr dünn …
04. Januar 2007 um 10:21
muss ich widersprechern. war früher eher so als heute. ist vielleicht im musikbereich noch so aber bei büchern und hörbüchern nicht. die verlage / marketingunternehmen kriminalisieren doch damit ihre multiplikatoren. das ist viel schlimmer als der potentielle schaden der durch die weitergabe entseht.